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Rennstrecke

Hohenstein-Ernstthal und der Sachsenring - untrennbar verbunden

Der legendäre Sachsenring vor den Toren der Karl-May-Geburtsstadt Hohenstein-Ernstthal wird 2017 90 Jahre alt. Über die Geschichte des alten Kurses, welcher von 1927 bis 1990 befahren wurde, ist schon viel geschrieben worden (siehe hierzu u. a. die im Verlag "Freie Presse" Chemnitz erschienenen Bücher vom Hohenstein-Ernstthaler Stadtchronisten Wolfgang Hallmann "Das war der Sachsenring" und "Der Sachsenring - 90 Jahre Rennsporttradition").

Nach dem letzten Rennen auf dem alten Kurs im Jahre 1990 sah es zeitweise so aus, als ob das Ende des Motorsports an traditionsreicher Stätte gekommen sei.Als sich abzeichnete, dass die Planungen für eine neue permanente Rennstrecke im Bereich des heutigen Gewerbe-, Industrie- und Sondergebietes "Am Sachsenring" aus finanziellen und umweltrechtlichen Gründen nicht realisierbar waren, formierten sich zahlreiche rennsportbegeisterte Bürger.Mit viel beachteten Demonstrationen für den Erhalt des Sachsenrings und der Gründung einer Initiativgruppe "Sachsenring" wurde Druck auf die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung ausgeübt, damit Möglichkeiten der Fortführung von hochkarätigen Motorsportveranstaltungen am Sachsenring gefunden werden sollten.

Ein wesentlicher Schritt in diese Richtung war 1994 die Entscheidung, u. a. auch durch einen historischen einstimmigen Beschluss des Sächsischen Landtages, zur Errichtung eines Fahrsicherheitszentrums als "auto motor und sport Fahrsicherheitszentrum Sachsenring". Dieses konnte dann im August 1995 feierlich in Betrieb genommen werden.Die Trassierung im Fahrsicherheitszentrum und die Anbindung an das Straßennetz des benachbarten Gewerbegebiets "Am Sachsenring" wurde vorausschauender Weise so gestaltet, dass ein neuer, nicht-permanenter Rennkurs realisierbar war. Dieser erlebte am 25. und 26. Mai 1996 mit den Rennen zur Internationalen Deutschen Meisterschaft für Motorräder (IDM) und Pro Superbike seine erfolgreiche Feuertaufe. Auch die Läufe zum Supertourenwagen-Cup (STW) einen Monat später begeisterten Zehntausende von Zuschauern.

Im Folgejahr bildeten dann wieder IDM und STW einen würdigen Rahmen für die Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Sachsenrings.

Die enorme Zuschauerresonanz bei diesen Veranstaltungen führte zu Überlegungen, doch auch den Deutschen Motorrad Grand Prix wieder nach Sachsen zu holen. Nach einen teilweisen Umbau schaltete am 19. Juli 1998 für die weltbesten Motorradpiloten die Startampel wieder auf grün. Rund 150.000 Zuschauer sahen an diesem Rennwochenende phantastischen Motorsport. Wegen der überwältigenden Zuschauerresonanz und der nahezu perfekten Organisation fiel schon am 20.07.1998 die Entscheidung, den Deutschland-Grand Prix auch 1999 und 2000 am Sachsenring auszutragen.

Ständig gab es weitere Verbesserungen an Strecke und Infrastruktur und jeweils über 150.000 Zuschauer sorgten wieder für einen vollen Erfolg.Inzwischen trägt der Motorrad Grand Prix wahren Volksfestcharakter.

Neben zahlreichen Rahmenveranstaltungen unmittelbar an der Rennstrecke und auf den Campingplätzen kann man auch im Zentrum der Rennstadt Hohenstein-Ernstthal beim Altmarkt - Grand Prix bei Live-Musik, gastronomischer Bewirtung wahre Volksfestatmosphäre erleben. Nicht zuletzt sind die Feten im Umfeld des Campingplatzes auf dem Ankerberg und in der Karthalle schon legendär.

Ein Fixpunkt im Automobilsportkalender waren die Rennen zur Supertourenwagen-Masters bzw. ab dem Jahr 2000 zur wieder belebten Deutschen Tourenwagen Master (DTM), später im Rahmen der BERU Top 10 bzw. der ADAC GT MAsters.

Um aber den hohen Anforderungen der internationalen Veranstalter gerecht zu werden, war ein weiterer Ausbau erforderlich. Unter dieser Voraussetzung war die Durchführung des Deutschen Grand Prix bis zum Jahre 2006 vertraglich gesichert. Mit einem Aufwand von ca. 30 Mio. DM wurde 2001 auf Hohensteiner und Hermsdorfer Gemarkung ein neuer Streckenabschnitt nördlich des Fahrsicherheitszentrums errichtet. Hierdurch verlängert sich die Rennstrecke auf 3.704 m. Außerdem erhöht sich die Durchschnittsgeschwindigkeit durch eine flüssigere Streckenführung. Der neue Grand-Prix-Kurs teilt sich in zwei unterschiedliche Abschnitte: Durch das Gelände des ursprünglichen Fahrsicherheitszentrums führen enge Kurvenpassagen, im Bereich der Nord-Erweiterung gibt es Vollgas-Strecken und eine 677 Meter lange Start- und Zielgerade. Es entstanden außerdem eine permanente Boxenanlage mit neuem Start- und Zielturm und Fahrerlager sowie ein modernes Medicalcenter. 2005 wurde das internationale Presse- und Informationszentrum erbaut. In der Folge wurde der Vertrag zwischen der Vermarktungsagentur DORNA und dem ADAC über die Ausrichtung mehrfach verlängert, aktuell bis 2021.

Die bemerkenswerte Entwicklung der letzten Jahre war nur möglich, weil alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben.
Nur durch das enge Zusammenwirken der kommunalen Verantwortungsträger der Städte Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz und des Landkreises Zwickau, die Unterstützung durch Landesdirektion und Landesregierung sowie die Abstimmung mit dem ADAC Sachsen war das  Erreichte möglich.